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2-51 Stoßstangen





Die Karosseriearbeiten abgeschlossen, das Auto geht noch 2019 zum Lackierer, war wohl Wunschdenken!

Bevor der Lackierer loslegt, sollten alle Zier- und Anbauteile einmal angebaut werden. Das ist gar nicht so einfach, wenn man die Wahl aus einem beim Werkstattumzug vor fünf Jahren planlos zusammengewürfelten Haufen an Teilen hat, die einmal drei Coupés und ein paar Touring- und Vignale-Autos geschmückt haben.

Es sind auch noch einige Blechteile anzufertigen: a. die Frontlippe, die den Spalt zwischen Karosse und Stoßstange schließt; b. der Frontspoiler aus Aluminium, macht das Coupé zu einem echten Sportwagen; c. die Schutzleisten unterhalb der Heckstoßstange.

Um diese Leisten anzufertigen, ist es hilfreich, die hintere Stoßstange zu montieren. Also das machen wir! Aber fangen wir doch am Anfang an.

Vor sechs Jahren entstand die Idee, Stoßstangen aus Edelstahl auf eigene Faust in einem fernen Land machen zu lassen. Meine Stoßstangen sollten als Vorlage für Flaminia Coupé Teile dienen und so gingen sie auf die Reise. Einige Zeit später kamen sie wieder nach Hause, in Begleitung eines Paketes nagelneuer Stoßstangen für Cabrio und Coupé. Auf den ersten Blick sahen sie ziemlich gut aus.

Jetzt ist es Zeit, die Pininfarina-Stoßstangen zu montieren. Vorne sieht es recht annehmbar aus, weshalb erst einmal nicht zu viel Zeit darauf verwendet wird. Aber das Heck macht richtig Kopfzerbrechen. Das rechte Teil geht so leidlich, aber das U-Profil des Mittelteils ist viel zu breit. Das linke Seitenteil ist so unförmig, dass eine Lücke von drei Zentimetern zur Karosserie klafft. Ich muss zugeben, dass die Oberfläche der Nachbauten wirklich erstklassig ist, was die Entscheidung darüber wie weiter vorzugehen ist, deutlich erschwert. Der langen Rede kurzer Sinn, ich entscheide mich dazu, die Teile zu ändern und die perfekte Oberfläche zu opfern.

Es war unsere Absicht die Materialstärke mit Maß zu wählen und nicht das papierdünne Zeug, was es sonst aus Fernost-Quellen gibt. Und jetzt stehe ich hier.

Es ging ein ganzer Tag mit Biegen, Hämmern (nur Kunststoff und Alu-Hämmer) und Glätten auf dem kleinen English Wheel drauf. Immerhin geht es in die richtige Richtung. Ich werde mir jemanden suchen müssen, der die Teile nachher wieder auf Hochglanz bringt.

Unnötige und ziemlich gehasste Arbeit!!!














14.02.2020 Hubert Enbergs

InterClassics Maastricht 2020: Vergessenes Design – oder zum Vergessen?



So, das war nun also Maastricht 2020. Um es vorweg zu nehmen: Der Weg dort hin hat sich gelohnt, auch wenn die Messe nicht ganz so spannend war wie im Vorjahr.

Aber der Reihe nach:

Erst einmal lässt sich sagen, dass die Messe sich und die Exponate unverändert schön präsentiert. In drei aneinander angrenzenden Hallen zeigen die Anbieter Fahrzeuge, Accessoires, Zubehör, Literatur und "Markendevotionalien". Aufgelockert wird das Ganze durch einladend gestaltete Gastronomieinseln mit einem abwechslungsreichen Angebot.

Räumlich (leider) etwas abgesetzt finden sich in einer praktisch zusätzlichen Ebene ein paar wenige Clubstände – dieses Mal leider ohne unsere Freunde des Lancia Club Niederlande.
Schade, denn auch sonst sind für Lancia Fans weniger Exponate zu sehen, als in den Vorjahren. Wie lange ist es her, dass eine Messe mit nur einer Aurelia und ohne einen einzigen Delta Integrale auskommt?
Und alleiniger Vertreter der sonst so publikumswirksamen Zagato-Modelle ist ein roter Beta Spider in optisch eher fragwürdigem Gesamtzustand – und dieses Modell ist ja genau genommen auch nur ein "Quasi-Zagato"…

Die größte Lancia-Dichte weist dann tatsächlich der Auktionator COYS auf seinen separaten Messeflächen auf. Hier gibt es – neben zwei Flaminias und einer Fulvia im eher halbherzigen Rallyetrim - dann doch noch einen Delta Integrale und einen Zagato zu sehen – die Flavia Sport.
Nach der fulminanten Lancia Show des letzten Jahres war sicher nicht zu erwarten, dass wir ähnlich viele sehenswerte Exponate bestaunen können. Insgesamt war die Lancia Präsenz aber auch im Vergleich zu den anderen Messen des letzten Jahres deutlich geringer.

Und die Sonderausstellung "Forgotten Design"?
Ja, hier gibt es einige besondere und spannende Designobjekte zu sehen, wenngleich der Fokus sehr stark auf Vorkriegsmodelle und den 50er Jahren liegt.
Kritikern, die das bei aller Berechtigung etwas einseitig finden, lässt sich schwerlich widersprechen, denn auch in den 60ern und den Folgedekaden gab es sehenswerte und ikonenhafte Designbeispiele.
Diese haben aber - bis auf einem Datsun 240 Z – nicht den Weg in die Sonderaustellung gefunden.
Schade, denn gerade der Datsun will so gar nicht "vergessen" anmuten, weil dieses Modell auf der Messe ganze 5 Mal zum Verkauf angeboten wird…

Aber dafür gab es – typisch für Maastricht - andere wahre (Design-)Exoten zu sehen, die man sonst – wenn überhaupt – nur aus der Literatur kennt und wahrscheinlich auch nicht so oft real zu sehen bekommt.
Beim Anblick des ASCARI Ecosse, des SBARRO Super Eight und eines der nur 27 gebauten Intermeccanica Indra 2+2 Coupés drängte sich ein bisschen das Gefühl auf, dass das Motto des "vergessenen Designs" dankenswerter Weise auch von einigen Händlern aufgegriffen wurde.

Alles in allem:
Maastricht hat wie immer Spaß gemacht und richtig Lust auf die Lancia Saison!











































21.01.2020 Christian Döhle

Licht und Schatten



Licht

Das Umschaltrelais war vor einigen Jahren schon einmal Thema eines Beitrags. Damals war ein Gerät originalgetreu restauriert worden. Trotz alledem zeigt sich immer wieder, dass die Betriebssicherheit, insbesondere bei seltener Benutzung, zu wünschen übriglässt.

Aber was ist denn nun so besonders an dieser Einrichtung? Der einfachste Weg, das Fernlicht einzuschalten, wäre ein mechanischer Umschalter, also in etwa so, wie die Schalter für Abblendlicht und Standlicht. Eleganter ist die Umschaltung aber, wenn der Fahrer zum Wechseln nur auf einen Knopf, genauer einen "Taster" drücken muss. Dessen Impuls, der nur solange „steht“ wie der Taster gedrückt ist, muss ein Relais oder Ähnliches ansteuern, welches zwei Zustände, nämlich Abblendlicht und Fernlicht, mechanisch hält und durch Tastendruck zwischen ihnen hin und her springt. Der CEAM Kasten beinhaltet drei elektromechanische Relais, eines wandelt das Tastsignal in ein Dauersignal um, eines schaltet das Licht ein und eines bewirkt die Umschaltung Fahr/Fernlicht und transportiert die Lastströme.

Lancia löste die Aufgabe mit Hilfe eines kleinen Hammerwerks, dessen Arbeit in dem Video aus dem letzten Beitrag zu sehen ist. Die Spule betätigt einen Hebel, der mit einem Federstahlblatt versehen ist. Vor der Spule befindet sich ein Lagerbock mit einer Welle, welche drei Funktionen beinhaltet. Ganz links findet man einen Bereich mit quadratischem Querschnitt, leicht eingeklemmt zwischen zwei Blattfedern. Er sorgt dafür, dass die Welle sich nur schrittweise um 90 Grad drehen lässt. Auf der Mitte der Welle sitzt ein Zahnrad mit vier Zähnen, welches von dem Federblatt der Spule betätigt wird und mit diesem zusammen eine Ratsche bildet. Ganz rechts befindet sich ein zweiarmiger Rotor, vor dem ein elektrischer Federkontakt steht. Dieser Kontakt ist mit der Spule des Lastrelais verbunden. Dreht sich der Rotor um eine Position (90°) wird der Kontakt geschlossen und das Fernlicht wird eingeschaltet. Bei der nächsten Betätigung öffnet der Kontakt und das Umschaltrelais fällt ab (Abblendlicht).

Das laute Klacken beim Umschalten weckt zwiespältige Gefühle, einerseits entfaltet es den spröden Reiz alter Elektro-Mechanik, andererseits ist es der Raffinesse eines Lancia nicht angemessen.

Schatten

Kann man die Funktion nicht unter Beibehaltung der originalen Optik sicherer darstellen? Man kann, wenn man einen bistabilen Multivibrator verwendet, welcher seinerseits die nachgeschalteten Relais ansteuert. Wie der Name schon sagt, kennt diese Schaltung zwei Zustände, die durch ein kurzes Signal, den Tastendruck am Blinkerhebel, hin und her gewechselt werden. Die Miniaturrelais übernehmen die Durchleitung der hohen Ströme für die Rückleuchten und die Scheinwerfer.

Beim ersten Versuchsaufbau kam es zu Problemen durch Tastenprellen. Das bedeutet, dass der alte Taster am Blinkhebel im Augenblick des Schließens mehrmals auf und zu geht. Dieser Effekt bestand vorher auch schon, jedoch ist die mechanische Lösung so träge, dass das Problem nicht sichtbar wird. Die empfindliche und schnelle Elektronik hingegen schaltet in Sekundenbruchteilen mehrmals hin und her.

Durch die Ergänzung eines Dämpfungsglieds bestehend aus zwei Widerständen und einem Kondensator (nicht im Schaltplan eingezeichnet) konnte die Sache behoben werden.

Und was ist die Schattenseite dieser Lösung?

Erstens ist sie nicht original und zweitens ist sie fast lautlos. Da passt das Klackklack doch viel besser zum armdicken Lichtstrahl der vier proiettori.


Rechts wurde schon mal neu gewickelt
Rechts wurde schon mal neu gewickelt

Viele Bauteile
Viele Bauteile



Hammer und Sichel
Hammer und Sichel

Fernlicht an
Fernlicht an

Fernlicht aus
Fernlicht aus



Versuchsaufbau
Versuchsaufbau





Aufbau noch ohne Tastendämpfung
Aufbau noch ohne Tastendämpfung

Die
Die

aufgeräumter Unterboden
aufgeräumter Unterboden



05.01.2020 Hubert Enbergs

Kurz vor Weihnachten





Es war mal wieder soweit, die Flavia musste zur HU. Seit August, um ehrlich zu sein. Da der Wagen in den letzten zwei Jahren nur rumgestanden hat, konnte nicht viel Technisches gelitten haben. Eine kurze Rundumprüfung offenbarte nur einen korrodierten Blinkleuchtenkontakt. Sogar die beim letzten Mal etwas zickige Fernlichtumschalteinrichtung funktionierte einwandfrei. Also Dach auf und schnell mal eben hin gedüst. Sind nur eineinhalb Kilometer bis zur Prüfstelle.

Schon im Warteraum beschlich mich ein eigenartiges Gefühl. „Mein persönlicher Prüfer sein Schreibtisch“ wirkte verdächtig unbewohnt. Der einzige diensthabende Prüfingenieur popelte sich gerade durch einen bis in die letzte Ritze topgepflegten silbernen Honda Civic, dessen siebzig jähriger Pfleger, noch mit der Zahnbürste vom Profilreinigen in der Hand und nach Armor All duftend, mit Argusaugen die Prozedur überwachte. Oh,oh!

Die Flavia kommt an die Reihe. Erster Punkt Abgasuntersuchung. Die braucht das Auto nicht, ist Baujahr 1964, sage ich. Das wollen wir erst einmal sehen, sagt Herr Ingenieur und wirft das Internet an. Mir schwant Übles. Die Flavia muss sich jetzt von ihrer besten Seite zeigen! Vorsichtshalber fahre ich sie selber in die Prüfhalle und übernehme die Bedienung der Funktionen. Hupe? Geht! Scheibenwischer? Geht! Spritzwasser? Geht nicht! Ha!!! Das schreibe ich mir auf, werde mal nachsehen, was das für ein Mangel ist, sagt Herr Ingenieur. Dann Abblendlicht? Vorne links außer Funktion! Wie kann das sein, vor zehn Minuten ging es doch noch. Fernlicht? Klack, klack, kein Fernlicht! Ich werd´ weich. Dann holt der Kerl doch tatsächlich noch das Scheinwerfertestgerät aus der Ecke und prüft die rechte Scheinwerfereinstellung!!!

Bremse, Lenkung, Fahrwerk, alles in Ordnung. Aaaaber was haben wir denn da, fragt Herr Ingenieur mit maliziösem Grinsen und zeigt auf die ausgefransten Blattfederzwischenlagen an der Hinterachse. Die müssen Sie aber reindrücken, so geht das nicht!

Nein, so geht das auch nicht! Aber ich werd´ gleich mal woanders was reindrücken.

Zu unser beider Segen kommt in dem Moment Herr Chef um die Ecke, begrüßt mich freundlich mit Handschlag und fragt, wann er mich mal wieder auf der Farm besuchen darf. Die Situation entspannt sich schlagartig und auf dem Mängelbericht verbleiben nur die beiden Beleuchtungsmängel, zu Recht. Wiedervorführung am selben Tag ist kostenlos. Das schaffe ich.

Wieder in der Werkstatt finde ich einen abgefallenen Kabelschuh (Abblendlicht links) und tausche das Fernlichtumschaltrelais gegen ein generalüberholtes aus dem Lager. Ruck zuck ist die Plakette drauf!

Na also, dann doch noch . . .

Frohe Weihnachten, Allen eine sorgenfreie Fahrt und einen guten Rutsch in Neue Jahr!

Das vermaledeite Umschaltrelais kommt demnächst (noch einmal) an die Reihe!


25.12.2019 Hubert Enbergs

Kann denn Leistung Sünde sein?



Zugegeben, die Überschrift klingt etwas hochtrabend, aber die ersten Prüfstandsversuche mit knapp über 4000 Umdrehungen verursachen schon ein Kribbeln in den Gliedern. Immerhin, die Leistungskurve aus den Werksunterlagen ließ sich soweit ziemlich exakt nachstellen. Da geht sicher noch mehr!

Vorversuche im unteren Drehzahlbereich bewirkten unter anderem einen ca 1 m hohen Geysir, der aus dem Kühler schoss. Leider lief die Kamera zu dem Zeitpunkt nicht.

Wir hatten uns doch wohl etwas viel Zeit gelassen und die Kühlleistung ohne Fahrtwind leicht überschätzt. Waren zu sehr mit Staunen beschäftigt!



03.12.2019 Hubert Enbergs
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