Was man in alten Autos so findetRRRR, RRR ,RRRR das sind nicht die gefälligen Geräusche eines Sportmotors sondern die moderner Informationstechnik, wenn die Mechanik der Festplatte den Geist aufgibt. Meine gute Dokumentation auf der Festplatte drohte gerade unbrauchbar zu werden. Mit letzter Kraft brannte ich alles auf DVDs und rettete schließlich so die wertvollen Daten. Ab sofort ist Datensicherung Pflicht. Neben der DVD sind übrigens auch USB-Sticks dankbare Helferlein. Das Problem mit dem Computer ist bei einer Langzeitrestauration nicht zu unterschätzten. Bei uns halten die PCs im Schnitt nicht länger als fünf Jahre, das Restaurieren dauert aber nun schon 7 Jahre. Also immer gut sichern, um die Daten dann auf die Folgegeräte übertragen zu können.
Jetzt konnte ich mich wieder den Türverkleidungen widmen. Nach dem diese demontiert waren, ging es bei den hinteren Seitenverkleidungen weiter. An erster Stelle standen die Aschenbecher, welche einfach aus der Verkleidung gezogen werden können. Und schon begegnet einem ein neues Kleinod ingeniöser Maschinenbaukunst. Der Aschenbecher, welcher sich selbst leert, hier noch mit Originalkippen aus den Siebzigern, mit Lippenstift! Im Aschenbecher befindet sich eine drehbar gelagerte Schale. Diese ist über zwei Hebel mit dem Deckel verbunden. Sobald man den Deckel des Aschenbechers öffnet, dreht sich die Schale in Position, um den Müll entgegenzunehmen. Beim Schließen des Deckels, dreht sich die Schale zurück und entleert den Müll in einen darunter liegenden Behälter. Schönes Detail.
Weiter ging es mit dem Ausbau der Sitze. Unter dem Beifahrersitz fand sich die original Garantieurkunde von 1962. Maitre Huber aus Versailles hatte das Auto in Betrieb genommen. Das Auto wird dort mit seinen wesentlichen Eigenschaften beschrieben. Dabei wurde auch der Batterietyp erwähnt. Die Garantie ist übrigens am 12.10.1962 abgelaufen. Interessant, das so etwas nach 50 Jahren noch unter dem Sitz liegt. Ich hätte gedacht, dort hätte mal jemand den Teppich geputzt und dabei die Urkunde eingesammelt. Aber dem war nicht so. Dann fanden sich noch einige Centimes im Auto, aber keine großen Beträge!
Nachdem nun der ganze Innenraum ausgeräumt war, ging das Filetieren mit der Technik unterhalb des Autos weiter. Da fallen doch so einige Problemchen auf. Die Bremsscheibe an der hinteren linken Antriebswelle war lose. Hier hatte ein sparsamer Mechaniker die Schraubensicherungen vergessen, weshalb sich das Ganze gelöst hat. Mit der Folge, dass die Antriebswelle selbst auch noch Spiel hatte und die Löcher im Alugehäuse des Kreuzgelenks an der Getriebeseite zu Langlöchern geworden waren. Zum Glück hatte ich in der Bucht bereits ein neues Gehäuse ergattern können.
In den 30 Jahren Standzeit haben sich noch weitere Wehwehchen angesammelt: Überlauf vom Benzintank weggegammelt, Bremsen vorne fest, Simmerringe an Getriebe und Motor undicht, Auspuff durchgerostet, Behälter für Bremsflüssigkeit undicht, Elektrik funktioniert größtenteils nicht und natürlich Durchrostungen an den Schwellerspitzen und Radhäusern. Wobei das Thema Rost im Vergleich zu anderen Autos bei meinem nicht so gravierend war. Also eigentlich gar nicht so viel, oder?
Jetzt wo der Wagen völlig ausgeräumt ist, stellt sich die Frage, wie bekomme ich die Achsen ausgebaut, und was mache ich dann eigentlich mit der Karosserie?
Fortsetzung folgt
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 ein Kleinod, der Aschenbecher |
 Garantieurkunde |
 Bremsscheibe, 30 Jahre nicht genutzt |
 italienische Elektrik |
 Wer versorgt hat es später einfacher |
 Teppich |
 Kleinod 2, High End Fusshebelwerk |
 lockere Bremsscheibe links |
 Maschinenraum |
 Der Gilb lauert im Verborgenen |
 Brandgefährlich |
 weil es so schön ist ein Bild vom Auto |
 und noch eins |
19.05.2013 Klaus Jeschke |