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Flavia Ansaugbrücke

Betrachtet man den Flavia Motor außerhalb seiner Wohnhöhle, fällt als Erstes die außergewöhnliche und kompakte Bauform auf. Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die Ansaugbrücke geschwungene Kanäle hat und der Vergaserflansch nach vorne gekippt angelegt ist.

Das Lüfterrad lässt ebenfalls Raum zum Grübeln. Warum sind die vier Flügel nicht im 90° Winkel zu einander angeordnet? Und warum wurde das Rad nicht konventionell auf seiner Achse befestigt also mit einer Mutter von vorne? War das zu einfach oder zu billig und deshalb nicht Lancia-tauglich oder hätte es schlichtweg nicht gut ausgesehen?

Die rückseitige Befestigung mit einer als Überwurf ausgeführten Nutmutter gehörte für mich zu den wenigen „ungelösten“ Geheimnissen der Flavia. Die Baugruppe ist schlecht zu fixieren und das Muttern mit dem Meißel Aufstemmen ist, sagen wir mal, unangemessen. Außerdem hatte ich bisher immer Angst, in die falsche Richtung zu kloppen und alles zu zertrümmern.

Mit anderen Worten, die Zeit war reif für ein Spezialwerkzeug. Drehen, fräsen, schlitzen alles kein Hexenwerk. Der Griff sollte aber dem Einsatzort angepasst sein, deshalb wurde eine kleine Kröpfung an das eine Ende geschmiedet. Macht Freude zu sehen, was man erreichen kann, wenn das Eisen heiß ist.

Die Baugruppe wurde im Schraubstock mit ALU-Backen vorsichtig fixiert, die Verdrehsicherungen wurden gelöst und das neue Werkzeug angesetzt. Das Lösen im Gegenuhrzeigersinn ging wunderbar und schon offenbarten sich die verborgenen Lager und eine weitere Nutmutter. Typisch Lancia.

Nun können die Lüfterräder und die Thermostatstutzen ebenfalls zum Glasperlstrahlen.





















Licht und Schatten
Licht und Schatten



10.06.2018 Hubert Enbergs

2.46 Das Zeichenbrett

Die Digitalisierung hat unser Leben bereichert, aber es auch um einiges ärmer gemacht. So wurde das Zeichenbrett mit Stumpf und Stiel hinweggerafft.

Bis auf das eine, welches beim Firmenumzug auf der Farm landete.

Beim Anfertigen von großen zusammengesetzten Blechen kommt der Einzeltäter sehr schnell an seine Grenzen, es sei denn er ist in direkter Linie Abkömmling der hinduistischen Göttin Kali.

Dem Zeichenbrett wurde das Brett entfernt und stattdessen zwei Oktopus-Traversen montiert. Zudem gab es einen Satz Lenkrollen.

Das alte rechte hintere Seitenteil, für welches ja bereits ein Ersatz neu angefertigt worden war, wurde auf der EPI-Tektonik-Platte befestigt.
Nun können Glättarbeiten mit der Handfaust und dem Hammer erledigt werden, ohne dass das Werkstück bei jedem Schlag auf der Werkbank umherwandert. Die Arbeitshöhe ist per Fuß-Pedal einstellbar und die Arbeitsebene ist schwenk- und arretierbar.

Zu verschweißende Bleche können nun in der korrekten Flucht positioniert werden, so dass sie nachher auch tatsächlich ans Auto passen.

PW war zu Besuch und brachte ein sehr schönes Stück zur Lokalhistorie mit, siehe Bild 1. Nochmals vielen Dank! Nebenbei gab es noch ein paar sehr hilfreiche Tipps zur Verbesserung von Schweißnähten, auch dafür vielen Dank.

Hubert Enbergs

Deutscher Lehrmittel Verlag
Deutscher Lehrmittel Verlag











Neuer Platz für die Richtplatte
Neuer Platz für die Richtplatte



Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,
Das Schlauchpaket hat schon immer gestört,

jetzt verschwindet es hinter der Werkbank
jetzt verschwindet es hinter der Werkbank

Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben
Der Gewinn an Ergonomie ist nicht zu beschreiben



04.05.2018 Hubert Enbergs

2.45 Die Türen 4

Nun geht es an die Beifahrertür. Damit ich nicht genau das Gleiche machen muss wie auf der Fahrerseite, hatte die Tür dankenswerterweise ein anderes Schadensbild entwickelt als das Gegenstück.

Das Rahmenvorderteil ist weitgehend intakt, stattdessen ist das hintere Teil nicht mehr schön. Der Rahmenboden ist ebenfalls fällig. Hinzu kommt das Türblatt.

Die Teile werden an den originalen Schweißnähten abgetrennt. Für die unzugänglichen Stellen wurde ein Geradschleifer mit Fingerfräser verwendet. Danach konnten die Bleche auseinander und zusammen gesteckt werden wie LEGO Steine. Zur Vorsicht erhielt das Skelett eine Handvoll Verstärkungen.

Besonders hilfreich war die Sickenmaschine, mit der die nur ganz leicht gebogene Unterkante des Türrahmens hergestellt wurde. Eine Kantung mit der Biegemaschine hätte hier kein brauchbares Ergebnis gebracht.

Die Löcher und Durchbrüche müssen noch gemacht werden und die Haut fehlt ebenfalls. Die Türschwelle mit originalgetreuen Wagenheberaufnahmen und verbesserten Drainagerohren ist hingegen schon fixiert.
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Exkurs für Nutzfahrzeugliebhaber
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Ziemlich genau vor einem Jahr war der Gedanke aufgetaucht, nach einer Gaggenauer Zugmaschine mit Hilfsladefläche zu suchen. Das Angebot ist vielfältig, aber es gab ein durchdachtes Anforderungsprofil:

U900, (BM 406.121),Motor OM 652, Scheibenbremsen, Dreiseitenkipper, Schmidt-Anbauplatte, Räumschild, Frontlader, Zapfwelle vorne und hinten, Heckkraftheber. . . . Mähwerktauglich!

Und genau so wurde er dann angelandet, ein reichlich patiniertes Arbeitstier mit dem richtigen Maß an Restaurierungspotential. Der ideale Farmbewohner!


Schweissnähte in den Ecken entfernen
Schweissnähte in den Ecken entfernen

was soll man sagen, Bruch allenthalben
was soll man sagen, Bruch allenthalben

Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben
Verfeinerte Schablonentechnik, nur 3 mm Zugaben

Ausgeformt
Ausgeformt

und abgekantet
und abgekantet

fast fertig
fast fertig



Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit
Bis zu 6 Tonnen pure Niedlichkeit

Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie
Das Kennzeichen zeigt, er gehört zur Familie

obwohl es kein FLumimog ist
obwohl es kein FLumimog ist

04.03.2018 Hubert Enbergs

Besucher der Woche, Abfahrt



Die Maschine läuft wieder!

Jetzt muss alles nur noch wieder zusammengesteckt werden und dann kann die Rennsaison starten.

Die Zeit der Blümchenmotorisierung ist nahe, deshalb noch schnell ein weiteres Filmchen mit Feuerlanzen und ein kurzer Schwenk durch die Werkstatt.




21.01.2018 Hubert Enbergs

Besucher der Woche, Marinisierung

Große Foto Love Story Teil 3

Zu den fahrdynamischen Eigenschaften kann mangels eigener Erfahrung nichts gesagt werden. Die wilde Jagd in den Raunächten dürfte dagegen aber wirken wie ein Kinderkarussell. Neben dem infernalischen Krach aus den Fächerkrümmern produzieren Wasser und Wellen unter dem Boot einen riesen Radau.

Solange es laut ist, ist alles im Lot aufm Boot, wird es aber plötzlich still, herrscht red alert, denn dann befindet sich das Geschoß im zügellosen Flug und hat zum Überschlag angesetzt. Zu Zeiten ernsthafter Rennen endete das nicht selten in der letzten Ruhestätte.

Technische Details

Lenkung

Am anderen Ende des Sportwagenlenkrades sitzt eine Doppel-Aluminiumtrommel, an der die beiden Enden eines Drahtseils befestigt sind. Drehung des Lenkrades bewirkt das Abwickeln des einen Endes während das andere aufgewickelt wird und umgekehrt. Über Umlenkrollen wird das Seil zum „messerscharf“ geschliffenen Ruderblatt geführt.

Motor

Der Zerknalltreibling wurde gründlich marinisiert, was dem Konservator historischen Lancia-Materials mitunter das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Als erstes wurde die Ölwanne von hinten nach vorne keilförmig durchtrennt. Das entstandene Loch wurde mit einem Alublech zugeschweißt. Der Ansaugkorb der Ölpumpe und die Ölablassschraube wurden geopfert. Der Peilstab wurde gekürzt und mit neuen Markierungen versehen. Ölwechsel waren seinerzeit wohl nicht vorgesehen, die Maschinen sind eh vorher geplatzt wie ein Negerkuss in der Mikrowelle.

Die Lichtmaschine, die Wasserpumpe, der Schwingungsdämpfer und die Riemenscheibe wurden entfernt. Stattdessen wurde ein innen längsverzahntes Kupplungselement mit Pilotlager montiert. Hier wird die ebenfalls längsverzahnte Schraubenwelle eingesteckt und mittels Seeger-Ring arretiert.

Der als 823.00 geborene Motor wurde amateurhaft mit drei Doppelvergasern ausgerüstet. Da der letzte Vergaser dem Zündverteiler im Weg war, wurde sein Gehäuse kurzerhand mit dem Winkelschleifer traktiert. Was nicht passt wird passend gemacht. Das entstandene Loch ließ sich wunderbar mit Silikon zu schmieren.

Ähnlich ingenieurmäßig wurde mit dem Verteiler verfahren. Es handelt sich um einen Verteiler aus der Berlina, mit völlig anderer Kennlinie als erforderlich und mit Unterdruckverstellung. Das war den Marinisierern augenscheinlich zu viel, deshalb wurde die Unterdruckverstellung kurzerhand entfernt und das entstandene Loch mit Folie zugeklebt.

Leichtbau ist so wichtig im Rennsport!!!

Kühlung

Die Kühlung funktioniert mittels Staurohr und Verlustkühlung. Rechts unter dem Boot befinden sich zwei streichholzschachtelgroße Einlässe, durch die bei Schub hinreichend Wasser in den Motor gedrückt wird. So zumindest der Plan. Es gibt lediglich eine nachgerüstete elektrische Wasserpumpe zur Überbrückung bei Schleichfahrt. An die Stelle des Lamellen-Ölkühlers tritt ein wasserdurchströmter Röhrenkühler.

Kraftstoffversorgung

Es kommt ein gebräuchlicher tragbarer Bootstank und eine elektrische Benzinpumpe zum Einsatz. Der vor dem Motor stehend angeordnete Alu-Tank ist heute nicht mehr in Betrieb.

Kraftübertragung

Das Boot besitzt eine marginal gelagerte starre Schraubenwelle, die offen zwischen den Beinen und unter dem Poppes des Piloten nach hinten führt. Ein regelmäßig auftretender Schaden bei Dreipunktern war das Abreißen eines Propellerblattes, mit kleinerer Unwucht als Folge. Die mit 5.500 U/min drehende Schraubenwelle verwandelte dann Boot und Pilot in Anmachholz.

Bremse

Wofür?

Elektrik
Elektrik

Lenkung
Lenkung

Schraubenwelle zu Motor
Schraubenwelle zu Motor

Gefährliche Installation
Gefährliche Installation





Durchlaufkühlung
Durchlaufkühlung

Schnellverschluss
Schnellverschluss









07.01.2018 Hubert Enbergs
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