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2.36 Und ewig lockt ´das´ UNIMOG

Ende des Jahres waren die Arbeiten abrupt zum Erliegen gekommen und während witterungsbedingt kurzfristig über eine automobile Neuorientierung nachgedacht wurde, Stichworte: Portalachsen, Räumschild, Hydraulikkreise, Superkriechgang, erfolgte mit Verschwinden der mickrigen Schneedecke die Rückbesinnung.

Sensationen haben nicht stattgefunden, deshalb nur eine Sammlung von Kleinigkeiten.

Die rechte Vorderseite nähert sich der Vervollständigung. Um nicht den gleichen Fehler zu machen, wie auf der linken Seite, wurde hüben zur Niederbringung der Bohrungen für den Seitenblinker eine Schablone verwendet. Weil so praktisch musste das Bohrbild aus dem alten Kotflügel dazu herhalten. Drüben waren vorher die Positionen nach Aufmaß frei Hand gebohrt worden, was prompt zum Verlaufen einer Bohrung um 1,5 mm führte und der Blinker nicht auf Anhieb passte. Ärgerlich, zusätzliche Arbeit und gar nicht schön.

Das 32er Loch entstand mit Hilfe eines Standard-Lochers. Damit kann man perfekt runde Bohrungen ohne Verzug schneiden, was mit der Blechschere bei diesem Durchmesser praktisch unmöglich ist.

Die vor Kurzem aus Fomrollenhälften gemachten Ambosse stehen kurz vor der Transformation in Stiftambosse. Stiftambosse haben einen pyramidalen, also „quadratisch konischen“ Schaft.

Und das kam so.

Spannt man einen Stiftamboss in den Schraubstock, ist bei größeren Werkstücken oft die Werkbank im Weg. Ferner wandert (kippt) der Amboss durch das Hämmern zur Seite, egal wie fest man den Schraubstock „angeknallt“ hat und die Arbeitsebene ist eher für Dirk Nowitzki geeignet als für Hobbits wie mich.

Bei der eingehenden Betrachtung eines Bildes der Karosseriewerkstatt der Carrozzeria Touring Superleggera aus den dreißiger Jahren entdeckte ich eine sehr einfache aber wirksame Lösung, nämlich einen simplen Ständer für Stiftambosse. Durch die schlanke Bauart hat man maximale Bewegungsfreiheit in alle Richtungen und durch den „konischen“ Sitz lassen sich alle möglichen Ambösschen fest einsetzen. Der Sitz und knapp zwei Hand voll Schäfte entstanden auf der Fräsmaschine. Die Arbeitshöhe bestimmte sich nach den ergonomischen Erfordernissen.

phänomenal pyramidal
phänomenal pyramidal

















Sieh an, Rost
Sieh an, Rost

Krater nach Vorlage,
Krater nach Vorlage,

also genau so krunkelig wie das Original
also genau so krunkelig wie das Original

11.01.2017 Hubert Enbergs

Happy New YEAR

DER LANCIA CLUB DEUTSCHLAND WÜNSCHT ALL SEINEN MITGLIEDERN, FREUNDEN UND UNTERSTÜTZERN EIN GUTES NEUES JAHR.



01.01.2017 Michael Steinborn

Zugeschaut und Mitgebaut

Um nicht mehr als 10 Jahre für die Restauration des Flaminia zu brauchen, wurde natürlich parallel zur Instandsetzung des Motors am Auto weitergearbeitet. Ich hatte das Auto in die Obhut eines Sattlers gegeben. Mission war: Bauen Sie einen neuen Dachhimmel ein, beledern Sie das Armaturenbrett und stellen Sie neue Teppiche her. Das Ganze in drei Monaten. Resultat: Mission impossible. Reaktion: Macht nichts, ich war ja mit dem Motor beschäftigt und im Sinne von simultaneous restauriering, ok, ist Neudeutsch, also in Altdeutsch verteilte, gleichzeitige Restaurierung, Stand der Technik.

Nach ungefähr zwölf Monaten waren die Sattlerarbeiten dann erledigt. Einiges ist sehr gut geworden, anderes muss nachgearbeitet werden. Dennoch war die Freude groß. Das Auto stand endlich wieder in meiner Garage und ich hatte eine der größten Herausforderungen des Hobbyrestaurators vor mir: Scheiben einbauen. Nachdem alle Profis keine Zeit hatten diese Arbeit anzugehen, fragte ich meinen Sohn und meine Frau, ob sie mir helfen würden. Die können nicht so leicht weglaufen und so kam es zum Unfassbaren. An einem kalten Wintertag zwischen Weihnachten und Neujahr gelang der Einbau der Frontscheibe und der Heckscheibe ohne Scherben! Großartig. Wir haben das zum ersten Mal gemacht und es hat gut geklappt.

Ein kleiner Schweinepuckel ist aber die obere Zierleiste an der Frontscheibe. Meine originale Leiste war verbeult, weshalb ich rechtzeitig Ersatz besorgt hatte. Der Ersatz war von einem Vollprofi aufpoliert worden und daher besonders wertvoll. Doch er wollte einfach nicht passen. Nach der Montage klaffte ein dicker Spalt zwischen Leiste und Dachhaut. Alles Rucken, Ziehen, Pressen und Fluchen half nicht. Bis heute ist das Problem nicht gelöst. Beim Flaminia kann man diese Leisten nicht einfach von einem Auto auf ein anderes tauschen. Warum auch? Wäre ja zu einfach. Ist ja ein Lancia. Also brauche ich dafür einen Profi, der mit Edelstahlleisten viel Erfahrung hat. Wer jemanden kennt, möge sich melden.

Die Polster wurden zwischenzeitlich auch noch aufgearbeitet. Ich wollte unbedingt die Originalen behalten und habe mich dafür entschieden eine Bahn bei der Rücksitzbank tauschen zu lassen und ansonsten mit Lederfarbe vom Lederzentrum zu arbeiten. Den richtigen Farbton und diesen leichten bläulichen Schimmer bekommt man damit leider nicht so richtig hin. Mit dem Ergebnis bin ich aber trotzdem zufrieden.

Das nächste Mal geht’s aufs Ganze. Der Motor muss laufen.

Sitzt wie angegossen
Sitzt wie angegossen

Sitzt nicht wie angegossen
Sitzt nicht wie angegossen

Keine Heizdecken, sondern geheizte Decken
Keine Heizdecken, sondern geheizte Decken

Alles wie Original
Alles wie Original

Fast fertig
Fast fertig

nicht so fast fertig
nicht so fast fertig

erst poliert
erst poliert

dann lackiert
dann lackiert

sieht so doch fast fertig aus, oder?
sieht so doch fast fertig aus, oder?

26.12.2016 Klaus Jeschke

2.35 Happy Hour auf der Farm

Die Frontpartie war schon vor drei Jahren vom Rest der Karosserie getrennt worden. Es stelle sich aber heraus, dass die Baugruppe als Ganzes für die Instandsetzung kaum zu handhaben war. Der untere Riegel ist ohnehin praktisch nicht mehr vorhanden und auf ein paar Dezimeter Schweißnaht mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an.

Die Trennung der Kotflügel erfolgte entlang der originalen Schweißnähte, so dass später im Idealfall keine Spuren zurückbleiben.

Heute war das Tagesziel, die Seitenbleche des linken Kotflügels in Position zu bringen, zu schweißen, richten und glätten. Dann kam jedoch ein Freund zu Besuch und erklärte "Happy Hour auf der Farm".

Gesagt, getan! Auch nicht schlecht!



Recycelte Formrollen als Amboss
Recycelte Formrollen als Amboss



















Arbeit zugunsten ein Bieres abgebrochen
Arbeit zugunsten ein Bieres abgebrochen

08.12.2016 Hubert Enbergs

ein trauriger Geburtstag

Liebe Lancisti,
dieser Tage jährt sich die Gründung des Unternehmens Lancia zu einem runden Geburtstag. Vor nun mehr 110 Jahren, am 29.11.1906 gründeten die Freunde Vincenzo Lancia und Claudio Fogolin den neuen Automobilhersteller Lancia & C. Fabbrica Automobili. Damit gehört die Marke zu einer der ältesten noch aktiven am Markt, doch sind die Tage wohl gezählt.
War auch wirtschaftlich in den 110 Jahren selten Zeit zur Freude, so waren die Wagen doch in den ersten Jahrzehnten berühmt für Ihre Innovationen, die mit den Produkten auf den Markt kamen. Genannt sei hier das erste Europäische Auto mit einem eigenen Bordnetz (Lancia Theta), die Entwicklung der Motoren in V-Form, die vom 4 bis zum 8 Zylinder reichten und Anfang der 1950er Jahre in der Präsentation des V6 in einem Serienfahrzeug ( Aurelia) gipfelten, die erste selbsttragende Karosserie und Einzelradaufhängung in einem Serienfahrzeug (Lambda) usw.
In der Zeit nach der Übernahme durch Fiat im Jahre 1969 änderte sich nach und nach die Identität. Es wurde zusehend mehr Fiat Technik eingesetzt und dennoch blühte die Marke in den späten 70er und den folgenden 80er Jahren kurz auf, nachdem aufbauend auf einem historischen Erfolg über viele Jahre im Motorsport mit einem Masterplan neue Modelle hervorkamen, die guten Zuspruch fanden (Delta, Thema, Y10).
Leider ging es dann in der jüngeren Geschichte stets bergab, man bäumte sich mit dem Thesis noch einmal auf, doch eigentlich war das Geld zu knapp, um nochmals an die Erfolge zuvor anzuknüpfen. Ein berühmtes Beispiel dazu ist die Vorstellung des Lancia Fulvia Concept Cars im Jahre 2003, welches trotz großer Begeisterung nicht den Weg in die Produktion fand.
Zudem wurde entschieden, Alfa Romeo, zwischenzeitlich ebenso unter die Fittiche Fiats gekommen, mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hier wiederholt sich nun die Geschichte, denn nach einem fatalen Strategiewechsel, die Marken Lancia und Chrysler näher zusammen zu führen, entschied man sich schlußendlich im Jahr 2013, dieses erfolglose Experiment zu beenden und nun völlig auf die Marke aus Arese zu setzen. Wir werden unsere Begeisterung für die Marke nicht verlieren, freuen uns an den schönen Fahrzeugen, egal aus welcher Epoche sie stammen. Dem Konzern FCA können wir nur viel Erfolg bei der neuen Strategie wünschen, vielleicht wird die Zeit kommen, in der man sich einer großen, wunderbaren Marke im Portfolio erinnert.

Passend zum Lancia Ehrentag hat die Schweizer Automobil Revue, intensiv unterstützt durch unsere Freunde vom Lancia Club Schweiz, eine schöne Beitragsserie in Ihrer Ausgabe 42/43 gebracht, zu der Sie einen Eindruck über nachfolgenden link erhalten können. Der passende Titel: Ein Stich ins Herz.

https://www.automobilrevue.ch/2016/10/25/editorial-ein-stich-ins-herz/

Auch FCA hat sich etwas besonderes einfallen lassen. Die FCA Heritage Organisation produzierte einen sehenswerten Film, den man unter nachfolgenden link auf YouTube finden kann:

https://www.youtube.com/watch?v=FTJsZRA6YQw











29.11.2016 Michael Steinborn
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