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Besucher der Woche, die blaue Stunde



Die Wolken hängen bis zum Boden, der Wind bläst durch die Kleider, feuchte Kälte zieht durch die Sohlen und der letzte Gin Tonic dieser Saison ist getrunken.

Muss man nun in Sack und Asche gehen, bis kurz vor Weihnachten der dichotome Sommer seine zweite Spitze ausbildet?

Auf keinen Fall. Man fährt ins Bergische, fachsimpelt ein, zwei, drei Stunden über die Hege- und Pflegearbeiten am ausgebauten Fulvia-Antrieb und zelebriert mal eine etwas andere „blaue Stunde“.

HOC brachte seine sehr dunkel blaue Fulvia Rallye 1.3S mit elementar schöner Innenausstattung und funktionierender Heizung auf die Farm. Mit dabei war ein reicher Erfahrungsschatz darüber, was jetzt an Motor, Getriebe und sospensione zu erledigen wäre. Eine schöne Arbeits- und Einkaufsliste ist das Ergebnis.

CF war gestern abend schon mit seiner klassenlosen Fulvia Berlina in "etaube" in gleicher Mission im EPI-Zentrum eingeschlagen, die hereinbrechende Dämmerung verhinderte aber eine Photosession. Das wird nachgeholt.



H. Enbergs

























03.10.2018 Hubert Enbergs

Zwischen 1 und 30.000.000

gibt es eine grosse Vielfalt, würde ich sagen.

Das Herbsttreffen 2018 in Bremen ist wieder zu Ende. Obwohl relativ kurz, war es sehr variert: das Wetter varierte vom Sandsturm bis Sonnenschein und Regen; das mobile Schau-Angebot sogar von 1 PS bis zum 30.000.000 PS. Nicht nur die Teilnehmer feierten das 40jähriges Jubiläum des LCD, sondern auch die lokale Presse war dabei. Sogar zwei Berichte erschienen in den Zeitungen der Mediengruppe Kreiszeitung, Freitag 21. September und Samstag 22. September. Mit freundlicher Genehmigung hier übernommen:

Der Freitagsbericht

Der Samstagsbericht






25.09.2018 Angela Verschoor

Flavia Bremskraft, letzter Akt



Die FFF-Bremsanlage wird schon seit Jahren europaweit mehr oder weniger erfolgreich in Stand gesetzt. Zur Verwendung kommen wahrscheinlich immer die gleichen italienischen Dichtungssätze der bekannten Händler. Zum Beispiel auch im Bremskraftverstärker.

In meinen Autos finden sich diese Dichtungen ebenfalls und sie funktionieren anfangs auch tadellos.

Aber nach vier bis fünf Jahren ist die Herrlichkeit vorbei. Zumeist nach der Winterruhe fällt das Bremspedal weit durch und die Bremswirkung ist fast völlig dahin.

So geschehen bei der Flavia, und bei TPs Flaminia Coupé und bei HNs Supersport. Weiterhin für viel Geld Dichtungen kaufen, die mit hinein konstruierter Obsoleszenz versehen oder einfach nur schlecht sind?

So kann das nicht weiter gehen.

Zur Analyse der vier Jahre alten Dichtung, wahrscheinlich aus einem minderwertigen EPDM:

- die Dichtlippen haben ihre Vorspannung verloren
- starke Verformung durch Aufquellen
- Innere Bohrung durch aufliegende Kolbenstange nicht mehr rund.

Gemeinsam mit einem Lieferanten wurde das Thema aufgenommen. Auf dem Wege des „reverse engineering“ wurde im ersten Schritt die alles entscheidende Stulpdichtung im Servo neu „entwickelt“. Zwei Dinge fanden besondere Berücksichtigung. Erstens wurde das Bauteil basierend auf einer originalen, neuen, Lancia Dichtung dimensioniert. Zweitens wurde der bedingt geeignete Werkstoff der herkömmlichen Dichtungen durch ein (für diese Anwendung) wesentlich besseres, aber deutlich teureres Material ersetzt.

Drei Probefertigungen waren notwendig, bis die Arbeit überzeugen konnte. Und das ist das Ergebnis:

- Quality made in Germany
- exorbitanter Preis
- Die Bremse beißt zu wie Ammoniak in der Nase.

PS: Der Referenz-Dichtungssatz wurde irrtümlicherweise deklariert als Rep-Satz für die Servolenkung der Milleotto angeboten. Wie schön, das den keiner haben wollte!

Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben
Ach, hier ist die Bremsflüssigkeit abgeblieben

Introvabile
Introvabile

Servolenkung????
Servolenkung????

Quellung
Quellung

Gerade einmal vier Jahre alt!!!!
Gerade einmal vier Jahre alt!!!!

Aus der Form
Aus der Form





11.07.2018 Hubert Enbergs

Fulvia 2S Handbremse



Die Pistazie zeigte schon beim Kauf ein außergewöhnliches Verhalten beim Ziehen der Handbremse. Sie bog und zog sich zwischen den Sitzen und fühlte sich an, als ob man sich den Meniskus mit der Rohrzange selber herausholt.

Der brutal malträtierte Handbremshebel mitsamt seiner Montageplatte war schon zu einem früheren Zeitpunkt restauriert worden. Es fehlte noch die Betätigung an der Achse.

Um die Handbremsbeläge zu tauschen, muss eine üppige Nutmutter gelöst werden. Davon gibt es zwei Ausführungen, ergo auch zwei verschiedene Nüsse. Liebe Freunde sendeten ihre Spezialwerkzeuge, aber keines passte auf meine Nabenmuttern.

Hilfe kam von FK aus W in AT. Mit Hilfe seiner Zeichnungen konnte eine geeignete Nuss angefertigt werden.

Die fraglichen Bauteile sitzen üblicherweise sehr fest. Folglich wurden Vorkehrungen zum Aufbau eines gewaltigen Losbrechmoments getroffen.

Unendlich wird des Werkers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft!

Und dann ging alles ganz einfach, weil ein kluger Vor-Arbeiter die Gewinde mit Kupferpaste gegen Festrosten geschützt hatte.
Aber den gewaltigen Drehmomentschlüssel aus dem Nutzfahrzeug-Universum konnte ich zum Festziehen der Nutmuttern gut gebrauchen

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Apropos Nutzfahrzeug-Universum

Fluctuat nec mergitur? Ganz sicher ist das noch nicht.

Der MOG war seit Mitte März zu Differenzialarbeiten in einer „Fachwerkstatt“ in Wuppertal, wo er aufgrund von Schlamperei der Werkstatt auch am 29.5.2018 noch verweilte.

Dann kam die Flut mit bis zu 5,30 m Höhe. Der MOG stand erhöht, immerhin 1,80 m Tauchtiefe bekam er trotzdem ab.

Das wäre wahrscheinlich nicht so tragisch gewesen, wenn er nicht teilweise zerlegt gewesen wäre.

Wenn man nicht alles selber macht!!!!!!!!!

Hubert Enbergs

Momentenstütze
Momentenstütze





Das war zu wenig
Das war zu wenig

Deutlich besser, Widerstand zwecklos
Deutlich besser, Widerstand zwecklos





Drehmoment für Zugmaschinen
Drehmoment für Zugmaschinen



Neue Scheibe
Neue Scheibe

Wer richtet das?
Wer richtet das?

Die Heckscheibe blieb trocken
Die Heckscheibe blieb trocken

02.07.2018 Hubert Enbergs

Flavia Ansaugbrücke



Betrachtet man den Flavia Motor außerhalb seiner Wohnhöhle, fällt als Erstes die außergewöhnliche und kompakte Bauform auf. Bei näherer Betrachtung sieht man, dass die Ansaugbrücke geschwungene Kanäle hat und der Vergaserflansch nach vorne gekippt angelegt ist.

Das Lüfterrad lässt ebenfalls Raum zum Grübeln. Warum sind die vier Flügel nicht im 90° Winkel zu einander angeordnet? Und warum wurde das Rad nicht konventionell auf seiner Achse befestigt also mit einer Mutter von vorne? War das zu einfach oder zu billig und deshalb nicht Lancia-tauglich oder hätte es schlichtweg nicht gut ausgesehen?

Die rückseitige Befestigung mit einer als Überwurf ausgeführten Nutmutter gehörte für mich zu den wenigen „ungelösten“ Geheimnissen der Flavia. Die Baugruppe ist schlecht zu fixieren und das "Muttern mit dem Meißel Aufstemmen" ist, sagen wir mal, unangemessen. Außerdem hatte ich bisher immer Angst, in die falsche Richtung zu kloppen und alles zu zertrümmern.

Mit anderen Worten, die Zeit war reif für ein Spezialwerkzeug. Drehen, fräsen, schlitzen alles kein Hexenwerk. Der Griff sollte aber dem Einsatzort angepasst sein, deshalb wurde eine kleine Kröpfung an das eine Ende geschmiedet. Macht Freude zu sehen, was man erreichen kann, wenn das Eisen heiß ist.

Die Baugruppe wurde im Schraubstock mit ALU-Backen vorsichtig fixiert, die Verdrehsicherungen wurden gelöst und das neue Werkzeug angesetzt. Das Lösen im Gegenuhrzeigersinn ging wunderbar und schon offenbarten sich die verborgenen Lager und eine weitere Nutmutter. Typisch Lancia.

Nun können die Lüfterräder und die Thermostatstutzen ebenfalls zum Glasperlstrahlen.



















Ich glaub´, den brauch´ ich nie wieder
Ich glaub´, den brauch´ ich nie wieder

Licht und Schatten
Licht und Schatten



10.06.2018 Hubert Enbergs
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